Der Neuanfang 1953

»Deutschland sei unsere Heimat und Europa unser Vaterland.«

Mit seinem inzwischen sehr bekanntem Motto leitete Dr. Hubert Tigges 1953 die erste Ausgabe von »DIE FAHRT« nach dem Krieg ein. »Heute, im Februar 1953, schreiben wir: »DIE FAHRT«, 6. Jahrgang. Der 5. Jahrgang war im Herbst 1939 zu Ende. Zwischen diesen beiden Jahrgängen liegt soviel "große Geschichte", dass die sehr kleine des Werdens unserer Fahrten und unserer "Fahrt" ganz verblassen musste.« Erfahren Sie hier, wie es nach dem 2. Weltkrieg mit den Gemeinschaftsfahrten und Tigges' Schriften weiterging.

»Du warst freundlich, und ich scheute mich nicht, zu bekennen. ich sei Deutscher. Du warst wirklich freundlich. (...) und antwortetest heiter: "Das macht nichts."« Diese Zeilen schrieb Dr. Herbert Malecki in der Kurzgeschichte Mon cher clochard! (Zur ganzen Geschichte) und deutet damit die Befangenheit der Deutschen auf Reisen in der Nachkriegszeit an. Dr. Hubert Tigges trat mit seinen europäischen Fahrten diesen Gefühlen entgegen, blickte hoffnungsvoll in die Zukunft und schrieb damals: »Als wir uns im Sommer 1945, noch betäubt und erschüttert von dem beispiellosen Zu­sammenbruch, doch erfüllt von höchster Verantwortung und voll ernsten Zukunftswillens daran machten, unsere Situation zu überdenken, da tauchte aus all den Uberlegungen als das Kernproblem der Kampf gegen die Vermassung und für die Persönlichkeit auf.« Bereits im Jahr der Währungsreform 1948 begann Dr. Tigges mit dem Wiederbelebung seiner Gemeinschaftsfahrten.

Dieser oben beschriebene Kampf gegen die Vermassung war ein Plädoyer für die Individualität des Einzelnen in einer heterogenen, aber harmonischen Gemeinschaft. »Massen(fort)bewegung ist das Kennzeichen von kollektivistischen Organisationen oder Nachfolgeunternehmen der KdF-Transporte. Das Gemeinschaftserlebnis einer individuell vorbereiteten und geleiteten Reise kann damit nicht verwechselt werden.« Tigges verstand seine Art des Reisens als innere Sammlung, ein Gegenpol zu dem, der Entspannung geweihten, Massentourismus. »Die Fahrt steht mitten im geistig-seelisch-politischen Leben unserer europäischen Gegenwart. Sie ist eine der letzten Inseln der Romantik und dient doch als "schöpferische Pause" dem realen Leben, sie verhilft zur Persönlichkeitsentfaltung in der Gemeinschaft der Gruppe und kämpft wider die Vermassung, die unser aller Untergang wäre, sie übt unser, ach so neues europäisches Denken und schenkt uns immer wieder unvergeßliches Fahrtenglück.«

Kulturelle Unterschiede sah Dr. Hubert Tigges nicht als "Begrenzung" zwischen den Menschen an, sondern als zu respektierende Gegebenheiten. »Das Maß der Wünsche des einzelnen Reiseteilnehmers möge sich beschränken auf die jeweiligen Möglichkeiten, die das zu bereisende Land bietet. Schweizer Hotelkultur wurde nicht in Frankreich erfunden. Der französische Autofahrer hält den Fußgänger immer noch für den Verkehrsteilnehmer Nr. 1 und fährt nicht auf ihn zu, sondern um ihn herum. In Deutschland vertraut man mehr auf die Stärke der Stoßstange und auf die Schrecken einjagende Hupe. Deutsches Organisationstalent hingegen ist wiederum auf dem Balkan nicht heimisch. Gemeinsam sind allen europäischen Ländern immer noch die Grenzkontrollen.«

Ab Februar 1953 erscheint »DIE FAHRT« sechsmal im Jahr und wird die nächsten 10 Jahre sowohl von realisierten Fahrten berichten als auch auf kommende Fahrten vorbereiten. Redaktionelle Artikel über die europäische Kultur und Kulturen wechseln sich ab mit Essays über Kunst sowie mit Gedichten renommierter, europäischer Schriftsteller.

Lesen Sie mehr über die nächsten 10 Jahre von »DIE FAHRT«.

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