Die Anfänge bis 1939

Das Mitteilungsblatt »DIE FAHRT«

Zweierlei motivierte Dr. Hubert Tigges zu seinen Gemeinschaftsfahrten. Zum einen die praktische Umsetzung der "Europa-Idee", entstanden aus der pazifistischen Überzeugung resultierend aus seinen Erlebnissen im 1. Weltkrieg, und zum anderen das einfache wie gleichermaßen erhabene Gefühl des Fernwehs.

»Um die Ziele des »Europakreises« wie auch des Rei­seunternehmens einem größeren Publikum bekannt­zumachen und den Gedankenaustausch zu fördern, gründet Hubert Tigges 1934 das Mitteilungsblatt "DIE FAHRT".«, schreibt Reinhold Tigges in seinem Buch Reisen ist Leben) über die Motive seines Vaters. Dr. Hubert Tigges schrieb seinerseits in der Erstausgabe: »Heutzutage über Reisen und Wandern schreiben um des Reisens und Wanderns willen und gleichzeitig mitan­sehn, wie bitter schwer der Kampf ums Dasein, wörtlich ums tägliche Brot, den meisten Menschen wird, mag auf den ersten Blick wie Hohn erscheinen. Doch das Leben geht seinen Gang. Und den Menschen, die auch in der Not nicht vom Brot allein leben können, wird ein schö­ner Dienst erwiesen durch zuverlässige Hinweise darauf, wie sie sich gerade in armen Zeiten Freude und Kraft zum Werk durch stille Feierstunden, durch noch so bescheidene und doch frohe Wanderungen und Fahrten ins nahe und weite Land bewahren und neu erwerben können. Vielleicht ist das Nie-Kommende doch näher als es aussieht.«

»DIE FAHRT« war keine gewöhnliche Werbezeitschrift. Im Vordergrund standen zunächst Erfahrungsberichte begeisterter Reisende. Herman Gerson, später Reiseleiter bei Dr. Tigges, schrieb damals: »Was uns die Fahrt außerdem war: im anderen den Menschen zu sehen und nichts als den Menschen, und selbst Mensch zu sein und nur Mensch, darüber kann ich nicht schreiben; das ist das innere Erlebnis von uns allen. Und das, was sich nicht sagen läßt: es war das Schönste an dieser herrlichen Fahrt.« Das Mitteilungsblatt war für Dr. Tigges im übrigen auch ein hervoragendes Instrument, um sozial Schwächeren mit Hilfe einer gemeinsamen Kasse die Möglichkeit zu geben, ebenfalls auf Reisen zu gehen. Ein System, das in den wirtschaftlich zunächst schwierigen 30er Jahren hohen Anklang fand.

Hubert Tigges bewahrte sich seine positive, weltoffene Einstellung selbst im Angesicht des drohenden Unheils. Seinem Sohn Reinhold Tigges gegenüber gab er später zu, die Nationalsozialisten unterschätzt zu haben. »(...)Wir waren von Anfang an gegen die Nazis, aber wir haben sie einfach nicht für eine Gefahr gehalten, sondern nur für nationalistisch, engstirnig, dumm und verführt(...)«. Einem "deutschen Gruß" begegnete Tigges damals mit einem freundlichen "Grüß Gott" sowie einem Handschlag. Derlei Verhalten hatte bereits früh zur Folge, dass er unter Beobachtung des NS-Regimes stand. Dennoch schaffte es die Familie Tigges, vor Kriegsbeginn das Reisegeschäft am Laufen zu halten, musste aber Mitte 1939 die Gemeinschaftsfahrten vorerst einstellen.

Lesen Sie mehr über den Neuanfang von »DIE FAHRT« im Jahr 1953.

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